One Way Ticket to Marokko

One Way Ticket to Marokko

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Manche Reisen plant man monatelang. Bei dieser war der Plan ungefähr so ausgereift wie eine Bieridee um drei Uhr früh: Ein One-Way-Ticket nach Marokko kaufen und dann irgendwie wieder nach Hause kommen.
Gemeinsam mit Köberl, einem alten Studienkollegen und Partner in Sachen fragwürdiger Entscheidungen, landete ich in Marokko. Bereits am ersten Tag wurde uns klar, dass diese Reise wahrscheinlich nicht ganz nach Reiseführer verlaufen würde. Irgendwelche übermotivierten Händler wollten uns Dinge anhängen, die definitiv nicht in unser Reisebudget und schon gar nicht in unsere Zukunftspläne gepasst hätten. Also blieb nur der taktische Rückzug: Raus aus dem Hotel und möglichst schnell Richtung Grenze.
Davor hatten wir es aber bereits geschafft, uns in der Wüste zu verlaufen. Wer schon einmal versucht hat, in einer Landschaft ohne Schilder, Wege oder Orientierungspunkte die richtige Richtung zu finden, weiß: Das endet selten mit einem souveränen Auftritt. Also standen wir irgendwann irgendwo im Sand, begleitet von ein paar Wildhunden, die deutlich mehr Ahnung von der Gegend hatten als wir.
Zum Glück tauchte wie aus dem Nichts ein alter Beduine auf. Während wir vermutlich aussahen wie zwei verlorene Rucksacktouristen auf dem Weg zur Selbstfindung, blieb er völlig entspannt, zeigte uns den Weg und lud uns sogar auf einen Tee ein. Ein Moment, der mehr über Gastfreundschaft sagt als jeder Reisekatalog.
Irgendwann schafften wir es wieder nach Europa. Von dort ging es quer durch Frankreich. Getrampt wurde alles, was Räder hatte und in die grobe Richtung fuhr. Dazwischen stolperten wir von Party zu Party, lernten Leute kennen, deren Namen wir spätestens am nächsten Morgen wieder vergessen hatten, und sammelten Geschichten, die heute noch für Kopfschütteln sorgen.
Das Ziel hieß irgendwann München. Von dort waren es nur noch rund 80 Kilometer bis nach Hause. Eigentlich eine Kleinigkeit. Blöd nur, wenn kein Zug mehr fährt, das Geld knapp wird und die Motivation nach mehreren Ländern, unzähligen Mitfahrgelegenheiten und schlaflosen Nächten langsam zu bröckeln beginnt.
Aber wie die ganze Reise zeigte: Irgendwie geht immer irgendwas. Über Umwege, Zufälle, spontane Einfälle und wahrscheinlich eine ordentliche Portion Glück kamen wir schließlich doch noch daheim an.
Rückblickend war kaum etwas an dieser Reise vernünftig. Aber genau deshalb war sie so besonders. Verlaufen in der Wüste, Tee beim Beduinen, Fluchtaktionen, Trampergeschichten, endlose Straßen und das permanente Gefühl, nicht zu wissen, wie es morgen weitergeht.
Ein geiler Trip eben. Einer von denen, die man nicht planen kann – und die gerade deshalb für immer in Erinnerung bleiben.